Unsere AStA-Mitglieder schuften hart. Sie schuften hart im Interesse aller Studierenden und um die Welt ein Stückchen lebens- und liebenswerter zu machen. Nun, das mit der Welt mag vielleicht noch so durchgehen, dass die Interessen aller Studierenden berücksichtig werden, dies darf stark bezweifelt werden. Bedenken? Dann schaut einfach mal die aktuellen Plakate, die aus dem AStA hin zum Herrengarten ragen, an.
Jedenfalls wird irgendwie geistig und auch körperlich geschuftet und wer viel leistet, soll auch entsprechend belohnt werden. So belohnt sich der AStA einfach mal selbst. Bis zum BAföG-Höchstsatz von 670,- Euro monatlich können die Referentinnen und Referenten für ihre ehrenamtliche Arbeit entlohnt, im AStA-Jargon aufwandsentschädigt, werden. Momentan bekommen 3 von 6 gewählten Referentinnen und Referenten diese 670,- Euro. Wie die die Aufwandsentschädigung der eingestellten Referentinnen und Referenten genau aussieht, entzieht sich leider unserer Kenntnis, da das Studierendenparlament nur über neu eingestellte Referentinnen und Referenten informiert wird und da, so geschehen im letzten StuPa bei den 8 Neueinstellungen, dann von „halber und voller Stelle“ die Rede ist oder einfach keine Angabe gemacht wird. Zusätzlich profitieren die Referentinnen und Referenten von Freibeträgen und Vorteilen bei der Krankenversicherung.
Im AStA gibt es auch keine Stellenbeschreibungen oder Anforderungsprofile, wonach Referentinnen und Referenten eingestellt würden. Vielmehr kann jeder, der über den entsprechenden Rückhalt in einer im AStA vertretenen Hochschulgruppe oder über einen Fürsprecher, der schon im AStA sitzt oder der dem AStA genehm und vertrauendwürdig erscheint, verfügt, sich seinen eigenen Arbeitsschwerpunkt schaffen. So war mal Datenschutz wichtig, dann Feminismus und jetzt Entmilitarisierung. Da gutes Personal entsprechend gut geschult werden muss, gönnt man sich Fort- und Weiterbildungen für 10.000,- Euro pro Jahr. Es werden dann Veranstaltungen wie die „Linke Medienakademie“ besucht. Die Reisekosten dorthin, z.B. per Bahn, werden selbstredend auch erstattet, momentan beträgt der Posten im Haushalt 4.000,- Euro. Selbstverständlich bekommt jede Referentin und jeder Referent bei entsprechender Nutzung der Bahn eine Bahncard 50 gestellt. Kostenpunkt 240,- Euro und natürlich kann diese Bahncard 50 auch privat genutzt werden. Einen tollen Kopierer hat sich der AStA natürlich auch angeschafft. Die Kosten belaufen sich jährlich auf 2.800,- Euro, Telefon und Fax schlagen mit 1.000,- Euro zu Buche.
Wer sich so selbstlos für das Los der Studierenden einsetzt, soll dann wenigstens ab und an dem Müßiggang frönen können. Und wo ginge dies besser als in den asta-eigenen gewerblichen Referaten 603qm und Schlosskeller? Selbstverständlich hat man als Referentin und Referent auch hier handfeste Vorteile, man kann sich auf die Gästeliste setzen lassen. Klar, dass man dann nicht wie der gewöhnliche Studierende anstehen muss. Ebenso ist der Eintritt frei. So verwundert es auch kaum, wenn der AStA an seinem Stand bei der Erstsemesterbegrüßung im Herbst, flankiert vom Stand der Campusgrünen und dem von Fachwerk, Freikarten verteilte…
Man sieht, hochschulpolitisches Engagement, besonders im AStA, lohnt sich nicht nur für eine Verlängerung des BAföG-Anspruchs, sondern bietet noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile! Glückauf!


